Verfahrensordnung

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In enger Zusammenarbeit mit den maßgeblichen Wirtschaftsverbänden wurde in 1971 von Beirat und Mitgliederversammlung des AUMA die Verfahrensordnung für deutsche Messen und Ausstellungen verabschiedet und nach Vorlage bei den Kartellbehörden in Kraft gesetzt. Sie hat die Aufgabe, die Information in der Messewirtschaft und die Möglichkeiten des AUMA zu verbessern, die Interessen der Aussteller, Besucher und Veranstalter hinsichtlich Angebot, Standort, Termin, Dauer und Turnus von Messen und Ausstellungen zu koordinieren, um unwirtschaftliche Überschneidungen zu vermeiden.

Bei unterschiedlichen Meinungen über die Zweckmäßigkeit einer Veranstaltung sieht die Verfahrensordnung vor, daß der AUMA zunächst versucht, Informationen über die Einschätzung einer neuen Veranstaltung oder der Änderung z.B. von Standort, Termin oder Turnus durch die betroffenen Wirtschaftskreise zusammenzutragen und diese an alle Interessierten weiterzugeben, um so höchstmögliche Transparenz zu schaffen.

Der von der Verfahrensordnung vorgesehene Prozeß der Informationsgewinnung sieht vor, dass der Veranstalter Gelegenheit bekommt, den interessierten Kreisen das Projekt vorzustellen und zu begründen und die Wirtschaftsverbände sich durch Befragung ihrer Mitglieder oder durch Diskussion in ihren Messegremien oder auf andere geeignete Weise ein Bild von der Beurteilung des Projektes machen.

Kommt es dabei nicht zu einer allseits akzeptierten Gesamtauffassung, so können die betroffenen Organisationen der Wirtschaft oder betroffene Messegesellschaften den AUMA auffordern, zu einer Aussprache einzuladen, in der die offenen Fragen erörtert werden und versucht wird, einen Kompromiss zu finden.

In den 80er Jahren haben mehrere solche Verfahren stattgefunden und zu Vereinbarungen geführt, die von der Wirtschaft und den Messegesellschaften akzeptiert und eingehalten wurden. In den 90er Jahren ist die Verfahrensordnung praktisch nicht mehr genutzt worden; Auseinandersetzungen über neue oder modifizierte Veranstaltungen wurden dem Markt überlassen. Im Jahr 1996 hat der AUMA die Verfahrensordnung durch eine überarbeitete Fassung ersetzt, die “Regeln zur Markttransparenz in der deutschen Messewirtschaft”. Neu ist insbesondere, dass der AUMA nach der Durchführung einer Messe oder Ausstellung beim Veranstalter das Ergebnis der Ausstellerbefragung anfordern kann, falls der Veranstalter zuvor eine Aussprache abgelehnt hat oder auf Änderungen, die im Rahmen der Aussprache angeregt wurden, nicht eingegangen ist. Wenn der Veranstalter diese Befragung, die in der Regel auch eine Einschätzung des Messe-Projektes enthält, nicht zur Verfügung stellt, kann der AUMA hilfsweise selbst eine schriftliche Befragung der Aussteller durchführen lassen. Der AUMA kann auch bei Verstoß gegen die Regeln den Veranstalter zur Unterlassung unrichtiger Bezeichnungen auffordern oder die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs zur Abmahnung oder Klage veranlassen. (Typologie)

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