Verbraucherausstellungen

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Mehr als neun Millionen Bundesbürger besuchen alljährlich regionale konsumgüterorientierte Mehrbranchen Verbundausstellungen. Wie Untersuchungen zeigen, kommen rund 75%, um sich einen Überblick über das Angebot zu verschaffen und einzukaufen. Aber auch rund 30% betrachten solche Verbraucherausstellungen als eine Form der Freizeitgestaltung.

Ein Vergleich der verschiedenen Verbraucherausstellungen zeigt, dass besonders solche Veranstaltungen ihre Besucherzahlen in den letzten Jahren halten und auch ausbauen konnten, die auf eine zielgruppenorientierte Ausgestaltung des Angebots und des Freizeitwertes besonders große Bemühungen verwenden. Vor einer zu starken Betonung des Freizeitcharakters von Verbraucher-Ausstellungen ist zu warnen, da es den Ausstellern um konkrete Geschäfte geht und Unterhaltungs-Komponenten dieses Ziel in den Hintergrund treten lassen können. Auch die Besuchs-Motive der Verbraucher sind, wie die genannte Untersuchung und Erfahrungen sowie Besucherbefragungen zeigen, überwiegend am Produkt und Dienstleistungs-Angebot orientiert. Zu beachten ist auch, dass bei zu starker Betonung des Freizeit-Charakters von Ausstellungen des Gesetz über Haustürgeschäfte greift, demzufolge ein erweitertes Rücktrittsrecht von Kaufverträgen gegeben ist, wenn durch entsprechenden Freizeit-Charakter eine nicht sachorientierte Kauf-Atmosphäre entstanden ist.

Für den vor einer Beteiligungsentscheidung stehenden Unternehmer ist es wichtig, die Attraktivität und die Ausgewogenheit des Freizeit-Angebots einer Veranstaltung zu kennen. Für den Aussteller kommt es darauf an, das große Potential möglicherweise zunächst nicht kauforientierter Besucher für sein Angebot zu interessieren. Untersuchungen zeigen dass sechs von zehn Besuchern sich im Verlauf des Ausstellungsbesuchs von “Sehleuten” zu Käufern wandeln.

Neben den Mehrbranchen Verbundausstellungen gibt es auch fachlich konzentrierte Verbraucherausstellungen (Themen-Ausstellungen), wie Freizeit , Reise , Garten Ausstellungen, aber auch Hobby , Unterhaltungselektronik und Heim-Elektronik-Ausstellungen. Sie haben aber bei weitem nicht die großen Besucherzahlen wie die Mehrbranchenausstellungen.

Viele Verbraucher-Ausstellung haben ihren Ursprung in landwirtschaftlich orientierten Veranstaltungen. Einige Veranstaltungen haben ihre Bedeutung für die Landwirtschaft erhalten können, wie ihr Angebotsspektrum zeigt. Beispiele sind die Frankenschau Nürnberg, die Südwest-Messe Villingen-Schwenningen und die Messen in Ried und Wels in Österreich. Sie erhalten zusätzliche Attraktivität durch Bauernkundgebungen, Sonderschauen, Tierschauen, Körungen und Prämierungen (deshalb auch gelegentlich Prämienfest genannt). Sie zielen auf Landwirte und ihre Angehörigen, für die solche Veranstaltungen ein breites Technik- und Gerätschaftenangebot bereithalten. Obwohl sie also zunächst als Veranstaltungen entstanden sind, die sich an ein Fachpublikum richten, haben sie doch zunehmend auch den Charakter von Verbraucher-Ausstellungen. Insofern sind sie Mischveranstaltungen, da sie sowohl verbraucherorientiert als auch Fachausstellungen sind.

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