Umwegrentabilität

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Messen sind für die jeweilige Standortregion ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor. Nicht nur die unmittelbar am Messegeschehen Beteiligten wie Messegesellschaft, Standbauunternehmen und Speditionen profitieren davon, sondern auch Hotels, Gaststätten, Taxibetriebe, Parkplatzvermieter u.a.m, und nicht zuletzt die am Ort engagierten Zeitarbeitskräfte.

Zuverlässige Schätzungen besagen, dass etwa die Hälfte der Ausgaben der Aussteller in der Messestadt bzw. deren Umland bleiben. Sie haben auch ergeben, dass eine Messegesellschaft etwa das Sechsfache ihres Umsatzes als Umwegrentabilität in die Region zieht, wenn sie erfolgreich ist. Ähnliche Berechnungen können für das Kongressgeschäft angestellt werden, wo die Relation zwischen direkten und indirekten Ausgaben noch stärker zugunsten der Umweltrentabilität gewichtet ist. Die durch Kongresse und Tagungen veranlassten Umsätze wurden für Deutschland im Jahr 1994 in einer Untersuchung mit 41 Mrd. DM angegeben.

Eine jüngere Untersuchung des FfH-Instituts für Markt- und Wirtschaftsforschung und des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie zeigt, dass die gesamtwirtschaftlichen Produktionswirkungen der in Deutschland durchgeführten rund 250 Messen und Ausstellungen im Jahr 1997 bei rund 41 Mrd. DM lagen und rund rund 230.000 Arbeitsplätze sichern, davon fast 100.000 im Dienstleistungs-Sektor, knapp 70.000 im produzierenden Gewerbe und annähernd 50.000 in Handel und Verkehr. Rund 80% der Ausgaben der Aussteller entfielen auf 128 überregionale und 20% auf regionale und lokale Veranstaltungen. Von den Gesamtausgaben der Aussteller wurden rund 5,5 Mrd. DM (mehr als 50%) für Standbau und Standmiete und die damit zusammenhängenden Ausgaben verwendet. An- und Abreise sowie Übernachtungen und Verpflegung summierten sich auf mehr als 2 Mrd. DM. Die Personalkosten erreichten 16%.

Die Gesamtausgaben der Besucher von Messen und Ausstellungen lagen bei rund 6,5 Mrd. DM, davon 4,2 Mrd. DM bei überregionalen Veranstaltungen. Auf Gastronomie entfielen 1,8 Mrd. DM, auf Übernachtungen 1,3 Mrd. DM, auf Einkäufe und Dienstleistungen und die Kosten für An- und Abreise 1,1 Mrd. DM. Neben den Ausgaben von Ausstellern und Besuchern wurden bei der Untersuchung auch die Investitionen der Messegesellschaften mit rund 2 Mrd. DM in die Berechnungen einbezogen. Die Produktionswirkung wurde aus den Ausgaben der Aussteller und Besucher und der Messegesellschaften - insgesamt 19 Mrd. DM / nach Abzug von Importen, Steuern, Sozialversicherungsbeiträgen etc. 17,5 Mrd. DM - mit einem Faktor von 2,3 auf 23,5 Mrd. DM errechnet.

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