Typologie

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Die Vielfalt der Funktionen, die eine Messe oder Ausstellung wahrnehmen kann, verführt dazu, je nach subjektiver Betrachtungsrichtung unterschiedliche Bezeichnungen zu wählen, mit denen der Funktionen Schwerpunkt bzw. eine Schwerpunkt Eigenschaft beschrieben werden soll. Grundsätzlich kann unterschieden werden nach folgenden Bezeichnungs-Gruppen:

standortbezogen

Z.B.

  • Auslandsmesse/ ausstellung
  • Inlandsmesse/ ausstellung


nachfrage bzw. besucherbezogen

z.B.

  • Verbraucherausstellung
  • Fachmesse/ ausstellung (aber dies auch im Sinn von Einbranchenmesse)
  • Regionalmesse/ -Ausstellung
  • General-interest-Messe, Special interest Messe
  • Händlermesse/ -Ausstellung

angebots bzw. ausstellerorientiert

  • Mehrbranchen
  • Branchen (i.S.v. Einbranchen )
  • Fach (vgl aber besucherbezogene Bezeichnung)
  • Muster
  • Universal
  • Konsumgüter
  • Investitionsgüter
  • Zuliefer
  • Messe/ Ausstellung

funktionsbezogen Order , Verkaufs , Informations , Kommunikations Messe/ -Ausstellung

auf den Turnus oder den Zeitraum des Stattfindens bezogen

Frühjahrs , Herbst , Oster , Pfingst ,Weihnachts , permanente, mobile Messe/ Ausstellung

Diese Kategorisierung ist nicht vollständig, zumal, je nach Aussage, die damit untermauert werden soll, auch immer neue Bezeichnungen kreiert werden. So gibt es beispielsweise die Bezeichnung Kongress-Messe als Umschreibung des Tatbestandes, dass die Messe in Kombination mit einer Begleitveranstaltung stattfindet bzw. Begleitveranstaltung eines Kongresses ist. Einige Begriffe sind nicht eindeutig. So ist eine Fachmesse, besucherbezogen betrachtet, eine Messe, die überwiegend von Fachpublikum besucht wird, doch ist dies ohnehin gemäß Gewerbeordnung (§ 64 ) das Kennzeichen der Messe schlechthin. Eine Regionalmesse spricht mit einem wesentlichen Angebot des Landes, aber auch der Region, ein regionales Fachpublikum an. Eine Regionalausstellung kann gemäß § 65 GewO eine Veranstaltung sein, bei der das repräsentative Angebot eines oder mehrerer Wirtschaftsgebiete gezeigt wird, also ein regionales Angebot aufweist. Meist wird als Regionalmesse/ -ausstellung aber eine Veranstaltung bezeichnet, die sich an ein regional begrenztes Publikum wendet. (Ausstellung), (Regionalausstellung).

Historisch betrachtet (Geschichte) haben sich allerdings die Aufgaben und Funktionen, wie auch die Präsentationsform, die Zusammensetzung der Nachfrage und des Angebots etc. jeder Veranstaltung, aber auch zum Teil generell geändert. Der Typ jeder Veranstaltung unterscheidet sich in der Regel von der jeder anderen mehr oder weniger stark und ändert sich i.d.R. im historischen Zeitablauf (Profile).

Der AUMA hat im Jahr 1996 “Leitsätze zur Typologie von Messen und Ausstellungen” verabschiedet. Sie sollen zur Wahrheit und Klarheit bei der Verwendung von Veranstaltungsbezeichnungen im Messewesen beitragen und als Branchenkonvention dienen, die z.B. bei wettbewerbsrechtlichen Auseinandersetzungen als Entscheidungsgrundlage dienen kann. Im einzelnen werden Empfehlungen gegeben, unter welchen Voraussetzungen eine Veranstaltung als Messe, Ausstellung oder regionale Veranstaltung bezeichnet werden kann. Weiterhin wird definiert, dass eine Messe oder Ausstellung dann als international gilt, wenn die Veranstaltung mindestens 10% ausländische Aussteller mit eigenem Stand und gleichzeitig mindestens 5% ausländische Fachbesucher hat. Wenn in Veröffentlichungen oder Werbeaussagen zu Messen oder Ausstellungen gegen die Leitsätze verstoßen wird, kann der AUMA den Veranstalter zur Unterlassung auffordern oder die Angelegenheit unter Berufung auf §§ 1, 3 UWG an die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs (ZuW) übergeben. Ein erstes Urteil auf Antrag des der ZuW wurde im Sommer 1998 in Berlin erwirkt. Es bestätigte jedoch nicht die in den Leitsätzen des AUMA niedergelegte Typologie, sondern die bisher von den Gerichten verfolgte Praxis, bei der Verwendung von Begriffen wie Messe, Ausstellung etc. auf die Einschätzung durch die Verbraucher, also den Sprachgebrauch in der Öffentlichkeit abzustellen. Danach kann auch eine Marktveranstaltung mit geringer Marktrepräsentanz als Messe bezeichnet werden. Die sogenannte “Legaldefinition” für Messen und Ausstellungen in den §§ 64ff GewO spielte für die Entscheidung keine Rolle, da es sich dabei lediglich um die Definition von Veranstaltungen für Zwecke der Festsetzung handelt.

Die Begriffs-Definitionen sind in der Kongress-Wirtschaft noch unklarer als in der Messe-Wirtschaft. So wird als Kongress die regelmäßige ein- oder mehrtägige Zusammenkunft einer großen Gruppe von Menschen mit gleichgearteten Interessen verstanden, doch ist dieser Begriff in den USA nicht gebräuchlich. Hier spricht man von Conventions. Auch wird als Kongress oft auch eine Zusammenkunft mit kleiner Teilnehmerzahl (z.B. 100 Personen) bezeichnet oder die einmalige Fachkonferenz eines privaten Veranstalters. Als Konferenz gilt in der Regel eine Zusammenkunft, deren Teilnehmerzahl kleiner ist und deren Dauer auch meist kürzer ist als bei Kongressen. Der Begriff Tagung (Meeting) ist ambivalent. Er kann, sprachlich richtig, als Oberbegriff für alle Veranstaltungen verwendet werden, bei denen Menschen gleichen Interesses auf Zeit zusammen kommen, ist oft aber auch Synonym für Konferenz. Eine Tagung ist nach Brähler eine ein- oder mehrtägige Zusammenkunft von Personen mit dem Zweck freier oder ergebnisorientierter Kommunikation. Er sieht also den Begriff “Tagung” als Oberbegriff.

Die AIPC hat den Versuch gemacht, für die verschiedenen Begriffe Definitionen zu entwickeln, die aber nicht konsequent abgrenzen und deshalb bislang nicht als allgemeingültig durchgesetzt werden konnten:

Sitzung, Zusammenkunft, Besprechung - meeting Link-Text Zusammenkommen weniger Personen an einem Platz zur Diskussion eines oder mehrerer Themen, regelmäßig oder ad-hoc, meist von kurzer Dauer


Konferenz - conference

Zusammenkommen mehrerer Personen zur Erörterung festgelegter Themen, in der Regel von kurzer Dauer


Tagung, Kongress - convention

Ein- oder mehrtägiges allgemeines und formelles Zusammentreffen vieler Personen mit gleichen Interessen auf Einladung einer staatlichen, nichtstaatlichen, sozialen, wissenschaftlichen oder wirtschaftlichen Organisationen, keine feste Frequenz


Kongress - congress

Regelmäßig stattfindende meist mehrtägige Zusammenkunft vieler (mehrere hundert oder tausend) Personen, die meist einer bestimmten Berufsgruppe angehören, häufig mit ein- bis mehrjährigem Vorlauf geplant, bei internationalen Kongressen in der Regel mehrjähriger Turnus, nationale Kongresse meist jährlich, Parallel-Sitzungen üblich, meist Begleitprogramme wie Ausstellungen, Poster-Sessions, Pre- und Post-Tours und -Exkursionen.


Aber es werden weitere Begriffe verwendet, die ebenfalls nicht eindeutig definiert sind.

Meeting / Tagung

Kleine Veranstaltungen mit wenigen Teilnehmern, aber auch Oberbegriff für den gesamten Bereich der Zusammenkünfte


Symposium

Kleine Veranstaltung mit intensivem Informations-Austausch


Seminar

Kleine Veranstaltung zur Wissensvermittlung, auch Trainings


Workshop

Eigenständige oder kongressbegleitende, meist kurze Veranstaltung mit geringer Teilnehmerzahl zur Diskussion und Vertiefung von Themen und Problemen


In der Norm DIN 15906 sind einige Veranstaltungstypen zusammengetragen und definiert worden. Doch auch hier zeigt sich, dass solche Definitionen die Realität immer nur ansatzweise beschreiben können:


Arbeitskreis

Zeitlich nicht begrenzte, in unterschiedlichen Abständen stattfindende Zusammenkunft einer Gruppe von Personen in wechselnder oder fester Zusammensetzung vor und/oder während einer Tagung zur Vorbereitung gemeinsamer Inhalte / Aufgaben nach definierten Zielen. Die Teilnehmer (max. 30 Personen) werden in der Regel delegiert oder sind auf Grund ihrer Sachkompetenz tätig. Arbeitskreise (Gesprächskreise) bereiten in der Regel entscheidungsreife Vorlagen zur Verabschiedung in übergeordneten Gremien vor.


Ausstellung

Eine der Information und/oder Werbung bzw. Verkaufsförderung dienende, zeitlich begrenzte Veranstaltung, auf der Ergebnisse und Gegenstände wirtschaftlicher, technischer, sozialer oder künstlerischer Tätigkeiten gezeigt werden. Im Unterschied zur Messe hat eine Ausstellung in der Regel keinen Marktcharakter. Ausnahme: Verkaufsausstellungen, die bei Fachveranstaltungen und Kongressen als begleitendes Ereignis und zur gleichzeitigen Kostenminimierung des Veranstalters dem Verkauf von Sachen/Gegenständen oder Dienstleitungen dienen (Kongreß-Messe, Messe-Kongress).


Besprechung

Sachliche Unterredung, Aussprache oder Gespräch in kleinerem Kreis auf gleicher oder unterschiedlicher Hierarchie-Ebene mit fester Zeitvorgabe (+ - vier Stunden) zur team- oder prozeßübergreifenden Abstimmung operativer Vorgaben/Arbeiten. Bis zu acht Personen bereiten Entscheidungen vor und erarbeiten Prozeßlösungen. Die Besprechnung (Meeting) wird heute durch Elemente der Moderation (Besprechungs-Moderation, moderierte Besprechung, Kurz-Moderation) in Vorbereitung, Ablauf und Zielsetzung ergänzt. Zielsetzung: Erreichen besserer Ergebnisse und höhere Identifikation mit den Vorgaben bei den Beteiligten.


Brainstorming

Eine den stofforientierten Methoden zugeordnete Kreativitätsübung als vorbereitete Gruppensitzung von etwa 20 Minuten Dauer für acht bis 15 Personen. Sie dient dem Sammeln von spontanen Einfällen zur Lösung eines Problems. Der Begriff heißt in freier Übersetzung Gedankenblitz oder Ideensammlung, gilt aber auch als Problemlösung durch das Sammeln spontaner Einfälle und Vorschläge zu einem begrenzten Fall/Thema. Brainstorming ist keine eigene Denktechnik sondern ein formaler Rahmen zur Anwendung kreativen Denkens.


Diskussion

Der Austausch von Argumenten in zeitlich begrenzter Form zwischen Teilnehmern, die gleichberechtigt zu Wort kommen. Ein neutraler Diskussionsleiter achtet auf einen sachlichen und ausgewogenen Verlauf. Bei zu großem Teilnehmerkreis oder mangelnder akustischer Verständigung ist eine Diskussionsanlage, vorzugsweise mit dezentraler Beschallung, einzusetzen.


Diskussions-Markt

Veranstaltungsform für eine größere Zahl von Teilnehmern (ab 100), die gemeinsam Themen diskutieren wollen, die nicht von vornherein festgelegt sind. Häufig anzutreffen bei Kongressen und Verbandszusammenkünften sowie zunehmend bei konfessionellen und politischen Großveranstaltungen (Informations-Markt). Für jedes Thema ist ein eigener Stand erforderlich, der von mindestens zwei erfahrenen Moderatoren geleitet wird. Für jeden Stand ist zu Beginn unbedingt eine Themenfindungs-Runde erforderlich. Je nach Zielsetzung und Themenauswahl kann diese Veranstaltungsform bis zu zwei Tage in Anspruch nehmen.


Gesprächskreis

Regelmäßiges Zusammentreffen von bis zu 20 Personen zur Erörterung eines bestimmten Themas und zur gemeinsamen Erarbeitung von Inhalten bei möglichst gleichmäßiger Beteiligung aller Teilnehmer, die durchaus über unterschiedliche Erfahrungen und Vorkenntnisse verfügen können.


Gruppenarbeit

Bei Seminaren die bevorzugte, teilnehmerkonzentrierte Lehr- und Sozialform schlechthin. Das Wissen einer ganzen Gruppe soll mit dieser Veranstaltungsform (Dauer bis zu einer Stunde in unterschiedlichen Intervallen) zu einem Ergebnis geführt werden, anders ausgedrückt: Summe der Einzelwissen + Verknüpfung + Synergie-Effekte = Ergebnis. Gruppenarbeit verlangt Interaktion und Kommunikation zwischen den Teilnehmern . Die Arbeitsform „Gruppenarbeit” (Gegensatz „Einzelarbeit”) ordnet Einzeltätigkeiten direkt und kooperativ einander zu und verknüpft sie zeitlich miteinander.


Informations-Markt; Info-Markt

Veranstaltungsform für große Gruppen (ab 100 bis 1.000 Teilnehmer) nach den Regeln der Moderation zur aktiven Verarbeitung von und Auseinandersetzung mit Informationen/Themen in einer überschaubaren Gruppengröße (bis max. 40 Teilnehmer) an offenen Ständen (je 70 bis 110 m²). Der Info-Markt ist für eine in die Tiefe gehende fachliche Diskussion nur schwer geeignet, kann aber Anregungen geben und Interesse zur Weiterbeschäftigung mit der Thematik wecken. Voraussetzung für diese Veranstaltungsform ist eine schlüssige Dramaturgie an jedem Stand (Vorbereitung, Ablauf, Moderatoren-Briefing, Fotoprotokoll). Für jeden Stand werden bis zu 10 Pinnwände benötigt, die zusätzlich als optische Trennung zu den Nachbarständen verwendet werden. Besonders gefragt bei Firmenpräsentationen und überregionalen politischen Veranstaltungen (z.B. Parteitage). Sowohl beim Info-Markt als auch beim Diskussions-Markt erfolgt zum Abschluß eine Präsentation der abgehandelten Themen/Informationen im Plenum.


Informelle Gruppe

Ungeplante und nicht durch formelle organisatorische Regelungen zustandegekommene (Klein)-Gruppe, die spontan als Folge gemeinsamer Anschauungen und Verhaltensmustern gebildet wird. In der Regel bei großen konfessionellen und politischen Veranstaltungen anzutreffen. Die spontane Bildung dieser Gruppen führt oft zu Schwierigkeiten bei der Bereitstellung geeigneter Räume.


Klausur

Wortherkunft lat. claudere = schließen, bezeichnet den Wohnraum in einem Kloster und zugleich eine unter Aufsicht nach Zeitvorgabe zu fertigende Prüfungsarbeit. In der Moderation steht die Klausur für das Zusammentreffen von Spezialisten/Experten mit gemeinsamen Erfahrungen/Kenntnissen, die vertieft oder verknüpft werden sollen. Auch bekannt als Problemlösungs-Klausur, die als Trainingseinheit bis zu drei Tage dauern kann (max. 16 Teilnehmer).


Kleingruppenarbeit

Form der Gruppenarbeit, die den kommunikativ akzentuierten Methoden zugeordnet wird. Häufig eingesetzt bei Seminaren, in den nach den Regeln der Moderation gearbeitet wird. Gruppengröße bis zu fünf Teilnehmern, die bis zu 45 Minuten Kommunikation „jeder mit jedem” führen müssen. Voraussetzung für diese Arbeitsform ist als methodische Hilfe eine präzise Vorgabe/Arbeitsanweisung durch den Moderator, auch Szenario genannt. Die Ergebnisse werden vor dem > Plenum präsentiert/visualisiert. Der Moderator ist strikt neutral und betätigt sich nur als Methodenhelfer. Platzbedarf +- 3m² pro Teilnehmer.


Kolloquium

Wortherkunft lat. colloquium = Besprechung, Gespräch. Gebräuchlich als wissenschaftliche Diskussion zwischen Hochschullehrern und Studierenden zur Vorbereitung auf die Prüfung sowie für eine Prüfung in Gesprächsform. Heute auch verwendet für eine Diskussion von Fachleuten in kleinem Kreis zu einem vorher definierten Fachproblem/Thema in Frage- und Antwort-Form.


Konferenz

Wortherkunft lat. conferre = zusammentragen, sich austauschen, Zusammenkunft zur Beratung eines bestimmten Themas, Erörterung eines Problems oder Umsetzung konkreter Lösungen, an der in der Regel mehr als zwei und weniger als 100 Personen teilnehmen, die aktive Beiträge zur Erreichung der festgelegten Themenvorgabe leisten. Diese Versammlung tritt oft in festgelegten Zeitabständen über einen längeren Zeitraum zusammen und hat institutionalisierten Zuschnitt (Lehrerkonferenz, Abrüstungskonferenz u.a.m.). Zum Namen Konferenzmethode zählen unterschiedliche Kommunikationsformen: Mitarbeiterbesprechung, Pressekonferenz, Dienstbesprechung, Teamkonferenz. Diese unterschiedlichen Ziele, Inhalte, Teilnehmerzahlen und Teilnehmerstrukturen erfordern unterschiedliche Vorbereitung, Leitung, Durchführung, Techniken und Auswertung. In der Weiterbildung sind je nach Zielsetzung und Gestaltung zwei Konferenztypen vorherrschend: die „Lehr-/Informationskonferenz” und die „Problemlösungskonferenz”. Die Lehr-/Informationskonferenz faßt vertikal oder horizontal gegliederte Gruppen zur Vermittlung von bestimmten Themen unter Anleitung erfahrener Moderatoren zusammen. In einer Problemlösungskonferenz werden die synergetischen Effekte von Gruppenprozessen genutzt und die Wege der Entscheidung/Lösung allen Teilnehmern transparent vorgestellt. Seit Mitte der 80er Jahre wird in der Weiterbildung auch der Begriff „Konferenzmoderation” verwendet.


Kongress

Wortherkunft lat. congressus = Zusammenkunft, Zusammentreffen. Gattungsbegriff für Versammlungen/Tagungen auf nationaler oder internationaler Ebene mit bis zu mehreren tausend Teilnehmern aus Berufs-, Standes- oder Wirtschaftsorganisationen und Parteien. Ziel: Öffentliche Vorstellung von Erkenntnissen und Aufgaben, Ideen und Lösungsmöglichkeiten zu übergreifenden Themen und Problemen. Ein Kongreß beinhaltet eine Vielzahl parallel ablaufender Veranstaltungen, wie Seminare, Workshops, Arbeitskreise, Sitzungen, Poster Sessions, deren Ergebnisse im Plenum zusammengefaßt und anschließend dokumentiert werden. Neben beratenden und beschließenden Fachkongressen steht der Name auch für politische Institutionen, wie US-Kongreß (gemeinsames Beschlußorgan von Senat und Repräsentantenhaus), Wiener Kongreß oder Berliner Kongreß.


Kongress-Messe

Messen und Ausstellungen, die von einem Kongress oder einer Tagung zum gleichen Thema begleitet werden. Primär ist die Präsentation der Exponate, sekundär die Diskussion von speziellen Problemen, ihrer praktischen Verwendung oder allgemein einschlägigen Fachthemen der an der Messe teilnehmenden Fachleute. Voraussetzung ist die Teilnahmemöglichkeit eines breiten Fachpublikums. Das gleichzeitige Zusammentreffen von Ausstellergremien oder Fachbeiräten in tagungsähnlicher Runde während einer Messe rechtfertigt noch nicht die Bezeichnung Kongressmesse. Steht ein Programm mit Vorträgen, Diskussionen u.a.m im Vordergrund, das zum gleichen Thema von einer Messe oder Ausstellung begleitet wird, so spricht man von einem > Messekongreß.


Meeting

Aus dem angelsächsischen Sprachgebrauch als moderner Name für Besprechung oder Konferenz genutzt. Gilt in der Regel als zielorientierte Zusammenkunft in kleinerem Kreise ohne straffe Leitung, dient oft der Vorbereitung von Entscheidungen für die nächsthöhere Hierarchie-Ebene.


Messe

Eine in bestimmten Zeitabständen wiederkehrende Großveranstaltung meist auf einem Messegelände. Eine Messe ist eine Schauveranstaltung mit Marktcharakter, im Gegensatz zur Ausstellung. Bekannt sind auch Hausmessen, eine Art Leistungsschau des Unternehmers am Firmenstandort oder Messen aus Anlaß eines internationalen Kongresses, letztere finden im Kongressgebäude oder in seiner nächsten Nähe statt.


Plenum; Vollversammlung

Aus dem Lateinischen - „plenus” = gleich, vollständig, steht für Vollversammlungen aller einem Gesamtorgan angehörenden Mitglieder (ernannt oder gewählt), z.B. studentische Vertretung, IHK u.a.m. „Plenar” ist ein nur in Wortzusammensetzungen auftretendes Bestimmungswort (Plenarsitzung, Plenarvortrag, Plenarsaal).


Podiums-Diskussion

Zusammenkunft eines ausgewähltern Personenkreises von (mindestens drei bis etwa acht) Fachleuten zu einer Diskussion mit verteilten Rollen oder mit verschiedenen Standpunkten vor einem größeren (Fach)-Auditorium mit dem Ziel, ein Thema in einem klar abgesteckten Rahmen von vielen Seiten zu erörtern. In der Regel von einem Diskussionsleiter oder Moderator geführt.


Poster-Session

Visuelle Ergebnisdarstellung bei Tagungen. Die Referenten einer Tagung oder eines Kongresses visualisieren, oft zum Abschluß einer Veranstaltung, die Sachzusammenhänge der abgehandelten Themen mit Postern (Schaubilder, Tabellen, Grafiken, Charts u.a.m), die sowohl nach vorgegebenen Richtlinien vorgefertigt als auch spontan während des Referats aus freier Hand entstanden sein können. Diese lockere Wissensvermittlung setzt kleine, ständig wechselnde Personengruppen voraus, sie sich sitzend oder stehend in offenen, allen Teilnehmern zugänglichen Räumen versammeln. Posters sind oft auch eingereichte Vorträge (abstracts), die nicht als Vorträge im wissenschaftlichen Programm angenommen werden konnten und dann auf einer Poster-Session dargestellt werden. Bei Großveranstaltungen (Kongress) kann für die Poster-Session auch das Foyer genutzt werden, wenn die einzelnen Segmente optisch gut voneinander getrennt oder isoliert sind.


Präsentation:

1. Vorstellung der im Rahmen einer Veranstaltung von den Teilnehmern in Gruppenarbeitentstandenen zusammenfassenden Vorschläge und Lösungsmöglichkeiten vor dem Plenum unter Leitung des Versammlungspräsidenten oder des Moderators. Die Ergebnisdarstellung der Arbeit in Gruppen oder Arbeitskreisen soll pro Einheit nicht mehr als 10-15 Minuten betragen.

2. Vorstellung von Unternehmen, Geschäftsergebnissen, Produkten und Innovationen vor Entscheidern, Gästen, Kunden und Mitarbeitern, in großem oder kleinem Kreise. Zum Einsatz kommen Flipcharts, Pinnwände, Tageslichtprojektoren, Video-Datenprojektoren und verbale Zusammenfassungen. Sehr verbreitet bei allen Formen von interaktiven und kommunikativen Zusammenkünften (Kongreß, Seminar).


Pressekonferenz

Von politischen Institutionen oder Unternehmen zumeist kurzfristig einberufene Veranstaltungen kurzer Dauer, auf denen den eingeladenen Medien Tagungsergebnisse, neue Produkte, Dienstleistungen oder andere für die Medien wichtige Informationen durch Vortrag und der Möglichkeit der Beantwortung von Fragen der Medien übermittelt werden.


Referat; Vortrag; Statement

Zum Ausgleich vorhandener Informationsgefälle. Interaktion ist, wenn vorgesehen, nur durch Rückfragen der Teilnehmer und mit Interaktionsanlagen möglich.


Schulung; Lehrgang; Einführungskurs; Fachschulung

Starre Unterrichtsform ohne Interaktion. Receptives Verhalten der Zuhörer dominiert. Der Lehrende vermittelt Wissen einseitig in Richtung Teilnehmer. Ziel, Fachwissen aufzubauen.


Seminar

Im modernen Sprachgebrauch Verwendung für eine zeitlich begrenzte Lehrveranstaltung für eine bestimmte Anzahl von Teilnehmern (weniger als 20), vorrangig für Studierende, Aus- und Fortzubildende oder Lernende unter Anleitung einer Fachkraft (Lehrer, Trainer, Dozent). In der Erwachsenenbildung steht das Wort für ein sehr breites Spektrum an unterschiedlichen Weiterbildungsveranstaltungen, wie Schulung, Training oder Kursus.

In einem Seminar soll der Teilnehmer selbständiges Arbeiten erlernen, eigene Diskussions-Beiträge einbringen und sein Wissen oder seine Fertigkeiten vertiefen. In Hotels wird der Begriff Seminarzentrum des öfteren für das Vorhandensein mehrerer Veranstaltungsräume, die auf die besonderen Bedürfnisse der Seminarteilnehmer eingerichtet sind, verwendet. Ein Seminarzentrum ist dann in der Regel gegeben, wenn eine derartige Einrichtung relativ unabhängig vom normalen Hotelbetrieb arbeitet. Unterschieden wird heute nach Tages-Seminaren /eintägige Veranstaltung), Wochen-Seminaren (bis zu drei und mehr) und Wochenend-Seminaren (Freitag - Sonntag).


Sitzung

Der zeitlich begrenzte Teil einer länger andauernden oder permanenten Zusammenkunft unterschiedlicher Bedeutung und Größe. Eine parlamentarische Tagungsperiode, ein Kongress, eine Konferenz bestehen in der Regel aus mehreren Sitzungen, während deren die Teilnehmer zusammensitzen, um danach auseinanderzugehen und sich in einer anderen Zusammensetzung ggf. zu einer neuen Sitzung zusammenzufinden. Eine zeitlich begrenzte Tagungsordnungs-Einheit (Session, Schulstunde, Meeting, Konferenz, Besprechung).


Symposium; Symposion

Aus dem Lateinischen/ Griechischen, ursprünglich für das Wort „Gastmahl” genutzt. Im erweiterten Sinn stand das Wort in der Antike für das nach einem Gastmahl stattfindende Trinkgelage, bei dem in der Regel ausführliche philosophische und politische Gespräche geführt wurden. Heute steht Symposium für eine mehrstündige, halbtägige oder abendfüllende Veranstaltung mit Wissenschaftlern und Experten unter der Gesprächsleitung eines ausgewiesenen Fachmanns. Ein Symposium beinhaltet Vorträge und vertiefende Diskussionen zu Spezialthemen (neuere wissenschaftliche Erkenntnisse, philosophische Disputationen, akademische Streitfragen) vor fachlich ausgerichtetem Publikum.


Tagung

Zusammenkunft von Personen zur zielgerichteten Kommunikation, die in der Regel von Unternehmen, Vereinigungen, Institutionen oder Organisationen durchgeführt wird. Hauptgegenstand einer Tagung ist Beratung, Diskussion sowie Gedanken- und Informationsaustausch im Rahmen einer ein- oder mehrtägigen Zusammenkunft von Personen (Mitgliedern) nach einschlägigen Vorgaben, z.B. Vereinsrecht. Für Tagungen von übergeordneter Bedeutung wird auch der Begriff „Tag” verwendet, z.B. Städtetag, Parteitag, Kirchentag, Juristentag u.a.m. Der Name „Tagung” steht hier auch für Versammlung, Veranstaltung, Konferenz, Treffen, Meeting und Symposium. Ein Bestandteil jeder Tagung ist die Weiterbildung. Darum bestehen viele Tagungen auch aus Seminaren zu verschiedenen Themenkreisen, die als Verknüpfung in einer Poster-Session oder Präsentation am Ende vor dem Plenum zusammengefaßt werden. Schulung, Training und Fortbildung betonen den Unterrichts-Charakter und fallen so nur bedingt unter den Terminus „Tagung”.

Die Akzeptanz des Begriffs „Tagung” läßt sich auch durch die Worte „Tagungshotel”, „Tagungswirtschaft” und „Tagungsmarkt” belegen, die Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch gefunden haben. Zum Gattungsbegriff „Tagung” gehören auch Kongreß, Kongreßmesse, Messekongreß und Ausstellung sowie Besprechung und Sitzung.


Training

Verstärkt vorhandene Kompetenzen durch praktische Übungen und die Bearbeitung von Fallstudien „Üben unter Wettkampfbedingungen”. Der Trainingsleiter ist überwiegend Beobachter. Die Teilnehmer bringen spezifisches Wissen ein, kommunizieren mit dem Trainingsleiter und untereinander. Die Trainingsergebnisse werden aufgezeichnet und diskutiert.


Treffen; Versammlung; Veranstaltung

In Zusammenhang mit bestimmten historischen Daten oder Feiertagen und zur Erinnerung an besondere Leistungen.


Veranstaltung

Ein zeitlich begrenztes Ereignis mit vorgegebenem Ablauf, thematisch enger Zuordnung oder Ausrichtung auf einen bestimmten Zweck für einen zahlenmäßig nicht limitierten Kreis von Personen. Tagungsstätten benutzen für die Be- und Umschreibung eigener Raumangebote in der Regel das Wort „Veranstaltungsräume” und weisen somit auf die mögliche multifunktionale Nutzung hin.


Versammlung

Der allgemeine (Ober)begriff für ein zeitlich begrenztes Ereignis mit fester oder loser Programmfolge, thematischer Begrenzung oder Bindung an einen bestimmten Zweck für einen übersehbaren, aber zahlenmäßig meist nicht limitierten Kreis von Interessenten.


Vortrag; Referat; Rede; Lesung; Ansprache

Mündliche oder teilweise durch Medien unterstützte Darbietung von Informationen durch einen Redner, der Wissen, Erkenntnisse oder Wertvorstellungen vermitteln will. Didaktische Prinzipien sind hier die personale Wissensrepräsentation und das Lernen durch mündliche Rede.

Erforderlich ist der Einsatz von technischen Hilfen akustischer, visueller und materieller Art (Beschallungsanlagen, Projektoren, Flipcharts, Pinnwände, Wandtafeln und Arbeitsunterlagen.


Workshop

Aus dem Angelsächsischen stammender Begriff für „Werkstatt”. In der Weiterbildung als Bezeichnung für Kurs, Seminar, Lernstatt und/oder Qualitätszirkel gebräuchlich. Der Name steht für eine zumeist mehrtägige Kompaktveranstaltung zu einem bestimmten Themen/Wissensbereich mit dem Schwerpunkt auf freier Diskussion, Austausch von Ideen und Darlegung von Methoden für geistige und manuelle Fähigkeiten. Der Workshop ist in der Regel eine stark intensiv ausgeprägte Lehrveranstaltung, die nach klaren Vorgaben strukturiert arbeitet. Er dient heute der kooperativen Entwicklung mittel- und langfristiger Ziele sowie der Lösungsfindung daraus entstehender Probleme. Daher wird in der Moderation auch von Problemlösungs-Klausur gesprochen. Der Charakter von Schulunterricht ist bei einem Workshop nicht angebracht. Der Name „Workshop” ist im künstlerischen Bereich überaus populär, zum Beispiel bei Theatern, E- und U-Musik, Ballett und Tanz. Im Workshop ist jeder Teilnehmer ein verantwortlich Handelnder, der für die Beschaffung von Informationen zur Produktherstellung, für die Organisation der Lernprozesse und für die Verbreitung der Ergebnisse mitverantwortlich ist. Sinnverwandte Begriffe sind z.B. Arbeitskreis und Diskussionsmarkt.


Gugg versucht im Jahr 1972 folgende Definitionen:

Großveranstaltungen - über 1000 Teilnehmer Kongress - von 201 bis 1000 Teilnehmer Tagung - von 101 bis 200 Teilnehmer Symposium - von 31 bis 100 Teilnehmer Seminare und Kurse - bis 30 Teilnehmer


Davon ausgehend bietet Schreiber 1999 folgende Defintionen an:

Kongress Tagung Konferenz Seminar Teilnehmerzahl ab 250 bis 250 bis 50 bis 30 Dauer in Tagen >1 Tag ca. 1Tag max. 1 Tag mehrtägig Form thematisch/räumlich verschiedene Veranstaltungs-Teile wenige Veranstaltungs-Teile einteilig 1 Thema 1 Raum ein- oder mehrteilig mehrere Räume Entscheidungs-Zeitraum 1-8 Jahre bis 1 Jahr kurzfristig bis ein Jahr Organisation langfristig komplex kürzere Planungs-/Vorbereitungs-Zeit kürzere Planungs-/Vorbereitungs-Zeit große inhaltliche Vorbereitung, kleine technischer Aufwand


Schreiber bietet als verbale Definition an:

“Der Kongress- und Tagungs-Tourismus umfasst die Gesamtheit der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus Reise und Aufenthalt von überwiegend beruflich motivierten Personen ergeben, die für weniger oder mehr als 24 Stunden in Destinationen reisen - (welche für die weder Aufenthaltsorte im Sinne eines zentralörtlichen Bereichs noch hauptsächlich Arbeits- oder Wohnorte sind) - und an externen Veranstaltungen mit internationalem oder nationalem Charakter teilnehmen.”


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Aus: Goschmann, Klaus | "Medien am Point of Interest" (1999)

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