Neue Medien

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Ende der 70er Jahre kam eine Diskussion darüber auf, ob die sog. Neuen Medien die Messen ersetzen können. Sie wurde in den 90er Jahren durch das Aufkommen des Internet unter dem Schlagwort Virtuelle Messe verstärkt. Die Realität hat gezeigt, dass Btx, Videoclips, Bildtelefon, Telefax, CD-ROM, Disketten, Internet und elektronische Interaktion eine Reihe von Funktionen übernehmen können, die bisher von Messen wahrgenommen werden. Das betrifft vor allem die Anforderung und Übermittlung von spezifischen Informationen.

Die Hauptfunktion der Messe, nämlich konzentriertes Angebot an eine konzentrierte Nachfrage an einem Ort zu einer Zeit zu sein, Ereignis zu sein, an das weitere Ereignisse angekoppelt sind, und Stätten unkomplizierter zwischenmenschlicher Kommunikation zu sein, können diese Medien jedoch nicht übernehmen.

Die persönliche Kommunikation ist für mittelständische Unternehmen z.B. nach wie vor wichtigster Weg, um an externe Informationen zu kommen. 71% ihres Wissens von außerhalb des Betriebes erfahren sie auf Messen und Ausstellungen, Kongressen und Seminaren, in Gesprächen mit Lieferanten, Kunden oder Beratern.

Es wird jedoch erwartet, dass die “Neuen Medien" zu einer intensiveren Vorbereitung und Nutzung sowie auch zu verbesserter Nacharbeit durch Aussteller und Besucher beitragen werden.

Für verbraucherorientierte Veranstaltungen ist festzustellen, dass diese von den “Neuen Medien" am wenigsten beeinflusst werden, wenn man einmal davon absieht, dass die starke Regionalisierung bis Lokalisierung von Rundfunk und Fernsehen eine gezielte Werbung für verbrauchernahe Ausstellungen ermöglicht. Voraussetzung ist allerdings, dass die Einschaltquoten den Einsatz als Werbemedien rechtfertigen. Auch die Nutzung der auf Websites im Internet angebotenen Informationen ist bei Messen deutlich höher.

Der inzwischen umfassende Einsatz von EDV in den Betrieben, Verwaltungen etc. wird als eine Begründung für ein noch wachsendes Bedürfnis nach zwischenmenschlicher Kommunikation mit der Folge eines weiter raschen Anwachsens der Besucherzahlen bei Messen und Ausstellungen angeführt.

Die Nutzung aller Kommunikationsinstrumente bei Messen nimmt aber zu und wird noch weiter steigen. Elektronische Besucherinformationssysteme haben sich heute bereits durchgesetzt und werden zunehmend auch per Internet angeboten. Sie werden noch stärker als Besucherführungsinstrumente an Bedeutung gewinnen. Die Darstellung von Produktanwendungen mit Hilfe von Videoclips und CD-ROM ist heute bereits ein häufig eingesetztes Mittel. Sie wird an Bedeutung allein schon deshalb zunehmen, weil wachsende Speicher-Kapazitäten und Verarbeitungs-Geschwindigkeiten das digitale Speichern auf den Festplatten auch von PC und damit schnellen und bequemen Zugriff ermöglichen. Die ständige Verbindung mit betriebseigenen Datenbanken bzw. der Zugriff auf den Datenbestand mit Hilfe eines PC per Internet, das sofortige Ausarbeiten kundenspezifischer Problemlösungen wird durch den Einsatz elektronischer Medien möglich. Elektronik macht auch die konventionellen Medien Tonbildschau und Dia, aber auch das Videotape interaktiv. Ungeahnte Möglichkeiten eröffnen sich auch für die Darstellung des Einsatzes von Elementen, Bauteilen, dekorativen Teilen etc. mit Hilfe von CAD Techniken, auch dies in Zukunft per Internet.


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Aus: Goschmann, Klaus | "Medien am Point of Interest" (1999)

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