Mobile Messen

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Es gibt kaum ein Verkehrsmittel, das nicht schon als Basis einer mobilen Messe hat dienen sollen oder gedient hat. Bekannteste und häufigste Versuche wurden mit Messeschiffen auf Meeren oder auch Binnengewässern gemacht So hat ein japanisches Schiff mit gewissem Erfolg eine Weltumreisung gemacht, um Märkte für japanische Firmen zu öffnen. Allerdings war hier der publizistische Erfolg wegen des Ereignischarakters größer als der geschäftliche. Ähnlich waren Erfahrungen mit einem niederländischen Schiff. Die Besucherresonanz war bei allen Versuchen mit Hochsee-Schiffen unbefriedigend.

Problematisch ist bei diesen Hochsee-Schiffen, dass sie in der Regel an schwer zugänglichen Kais anlegen müssen. Negativ wirkt sich für die Präsentation auf Hochsee-Schiffen aus, dass bei einer solchen Schiffsreise mehrere Häfen angelaufen werden müssen, wenn sie sinnvoll und rationell sein soll. Die so zustande kommende Route entspricht in aller Regel den Absatzüberlegungen nur weniger Firmen gleichzeitig. Außerdem entstehen selbst bei sehr straffer Kalkulation den Ausstellern relativ hohe Kosten und lange Abwesenheitszeiten des Personals vom Betrieb des Teilnehmers.

Binnenschiffe können häufig an besser zugänglichen Anlegestellen von regelmäßig verkehrenden Passagierlinien anlegen. Doch auch sie konnten mit Messen - also Marktveranstaltungen mit einer größeren Zahl von teilnehmenden Ausstellern kaum Erfolge erzielen. Hier kommt neben den schon für Hochseeschiffe genannten Nachteilen die Tatsache hinzu, dass alle an großen, schiffbaren Wasserstraßen liegenden Städte durch Messegelände und Messen meist schon versorgt sind. Der Einsatz von Binnenschiffen für Firmenpräsentationen, etwa der Deutschen Telekom, hat jedoch auch gute Ergebnisse gebracht.

Eine weitere Form der mobilen Messe ist der Ausstellungs-Zug, der in der Nachkriegszeit angesichts fehlender stationärer Ausstellungsflächen und starken Informationsinteresses der Wirtschaft und vor allem des Privatpublikums durchaus erfolgreich war. Ein Ausstellungs-Zug der Deutschen Bahn, der allerdings überwiegend von einzelnen Firmen genutzt wurde und und insofern (wegen fehlender Vielzahl der Aussteller) nicht als Messe gelten kann, wird nach anfänglichem Erfolg inzwischen nicht mehr angeboten. Das gilt auch für die Ausstellungstrucks und Expo Container(Container) die einige Firmen regelmäßig in Betrieb halten oder für spezielle Informationsaufgaben anmieten.

In die Kategorie der mobilen Messen ist der Lastwagenkonvoi zu rechnen, der in den 50er Jahren als deutsche Nationalausstellung eine Reihe afrikanischer Länder bereiste.

Es hat auch schon Überlegungen gegeben, eine Firmen oder Branchenpräsentation in einem Großflugzeug unterzubringen, das dann von Flughafen zu Flughafen reist, um dort für das Publikum geöffnet zu werden. Bisher wurde diese Idee allerdings nicht realisiert. Angesichts der durchaus realisierten Erfolge der Firmenpräsentationen in mobilen Ausstellungs-Fazilitäten ist damit zu rechnen, dass sie für den Einsatz im Zusammenhang mit Marketing Events eine Renaissance erleben.


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Aus: Goschmann, Klaus | "Medien am Point of Interest" (1999)

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