Messe-Förderung

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Die Beteiligung an Messen und Ausstellungen wird von unterschiedlichen Stellen und in unterschiedlicher Weise gefördert. Absicht ist in der Regel , kleinen und mittleren Firmen oder der heimischen Wirtschaft generell den Zugang zu Märkten zu öffnen oder sie in besonders schwierigen Märkten zu unterstützen. Jedes Unternehmen, das eine Messe-Beteiligung im In- oder Ausland plant, sollte sich über die Förderprogramme beim AUMA, beim BMWI, bei den Wirtschaftsministerien der Länder und bei den zuständigen Industrie- und Handelskammern frühzeitig erkundigen, weil häufig die Förderbestimmungen eine Unterstützung dann ausschließen, wenn Ausgaben bereits vor der Förderzusage getätigt wurden.

Das offizielle Auslandsmesse-Programm der Bundesregierung entsteht in enger Zusammenarbeit zwischen den Wirtschaftverbänden, dem AUMA und den Bundesministerien - vor allem dem BMWI. Die Wirtschaftsverbände und der AUMA schlagen die Veranstaltungen vor, für die sie eine Beteiligung für sinnvoll halten. Das BMWI schlägt die Veranstaltungen vor, die aus Sicht des Ministeriums und unter außenhandelspolitischen Gesichtspunkten gewünscht sind. In gemeinsamer Beratung wird dann das Programm mit den zur Verfügung stehenden Mitteln in Einklang gebracht. In den Bundesländern sind die Landesverbände der Wirtschaft und insbesondere die Industrie- und Handelskammern in die Auswahl-Prozesse eingebunden. Insofern ist es für Unternehmen, die ihr Auslandsmesse-Engagement verstärken wollen, empfehlenswert, mit den Verbänden ihrer Branche und ihrer Industrie- und Handelskammer Kontakt aufzunehmen, um einerseits Informationen zu erhalten, aber andererseits auch Einfluß auf die Auswahl zu nehmen.

In der Bundesrepublik Deutschland fördern das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWI), das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (BML) und die Bundesländer die Beteiligung deutscher Firmen an Auslandsmessen. Darüber hinaus fördern die Länder z.T. auch Beteiligungen an Inlandsmessen - z.B. von jungen Unternehmen - und das Bundesministerium für Wirtschaft Beteiligungen des Handwerks.

Auch für die Beteiligung ausländischer Firmen an deutschen Messen stehen Fördermittel zur Verfügung, so etwa Mittel des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) für Entwicklungsländer. Weitere Messeförderungsmittel werden vom Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) und von der EG Kommission bereitgestellt.

Gefördert wird auch die Beteiligung von Firmen in Ost-Deutschland an Messen in Deutschland. In den frühen 90er Jahren wurden Mittel sowohl für die Beteiligung an überregionalen und regionalen Messen und Ausstellungen gewährt. Seit 1997 ist die Förderung auf überregionale Veranstaltungen beschränkt.

Auch die Bundesländer haben Förderprogramme unterschiedlicher Art aufgelegt. Sie fördern die Gruppen-Beteiligung von Unternehmen an Auslandsmessen; dabei wird auf das Vermeiden einer Doppelförderung durch Bund und Land geachtet. Gefördert wird aber auch die Beteiligung junger Unternehmen an Messen in Deutschland.

Messebeteiligungsförderung wird in praktisch allen exportorientierten Staaten betrieben. In aller Regel sind Verwalter der Mittel die nationalen Wirtschaftsministerien oder spezielle Exportförderungsinstitutionen, zu denen in Österreich z.B. die Wirtschaftskammer gehört.

Die Förderung umfaßt in der Regel den Hin- und Rücktransport der Exponate, die Standmiete, der Stand-Auf- und -Abbau, Dolmetscher und gemeinsame Informations und Werbemaßnahmen.

Obwohl die Unterstützung von Auslandsmessebeteiligungen durchaus als sinnvoll angesehen wird und eine Erhöhung der Mittel deshalb begrüßt wird, müssen doch auch die damit verbundenen Probleme gesehen werden. So wird oft über einen Mitnahme-Effekte geklagt, weil angenommen wird, dass die geförderten Firmen meist auch ohne öffentliche Förderung an den jeweiligen Auslandsmessen teilgenommen hätten. Umfragen des AUMA haben jedoch ergeben, dass rund die Hälfte der beteiligten Firmen ohne Förderung die Beteiligung nicht gewagt hätten.

Dem Vorwurf, große Firmen profitierten überproportional, wird oft durch eine auf die gemietete Fläche bezogene Staffelung der Eigenanteile an den Kosten begegnet.

Ein weiteres Argument beklagt, dass die Firmen veranlasst werden, die heimischen Messen zugunsten von Auslandsmessebeteiligungen zu vernachlässigen, weil es in der Regel für diese keine Förderung gibt. Bestätigungen für ein solches Verhalten gibt es allerdings in der bundesdeutschen Messewirtschaft nicht; das mag wohl auch an der überragenden Bedeutung der deutschen Messen und ihrer hohen Internationalität liegen.

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