Licht in Tagungsräumen

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DIN 15906: Tagungsräume müssen ausreichend mit Tageslicht beleuchtet werden können. Die künstliche Beleuchtung eines Tagungsraums kann immer nur eine Ergänzung zum Tageslicht sein.

Inhaltsverzeichnis

Beleuchtungsplanung

Die Beleuchtung mit künstlichem Licht ist nach DIN 5035-4 so zu planen, so daß die Güteanforderungen an Beleuchtungsstärke, Begrenzung der Direktblendung, Lichtfarbe und Farbwiedergabe erfüllt werden und somit den Tagungsteilnehmern eine optimale Teilnahme und Mitarbeit der Tagung ermöglicht wird.

Die Aufmerksamkeit des Teilnehmers ist abhängig von der Beleuchtungsstärke. Ein hohes Beleuchtungsniveau, gleichmäßig im ganzen Raum, gute Kontrast- und Farbwiedergabe und eine angenehme warmweiße Lichtfarbe fördern die Aufmerksamkeit, Blendung durch Lichtquellen oder Spiegelung auf glänzenden Flächen stören. Es sind Beleuchtungssysteme auszuwählen, die bei steigender Lichtausbeute ein kontinuierliches Spektrum guter Farbwiedergabe erzeugen.

Die Lichtfarbe ist warmweiß (ww) oder neutralweiß (nw). In Verbindung mit Tageslicht werden neutralweiße Lichtfarben von Leuchtstofflampen bevorzugt; bei feh¬lendem Tageslicht und bei niedrigem Beleuchtungsniveau warmweiße Lichtfarben. Als Farbwiedergabe der eingesetzten Lampen ist Stufe 2 vorzusehen. Es sind Lichtrichtung und Schattigkeit zu beachten. Eine Blendung darf weder durch Lampen oder Leuchten (Direktblendung) noch durch Spiegelung hoher Leuchtdichten auf glänzenden Flächen (Reflexblendung) im Blickfeld hervorgerufen werden. Es ist die Güteklasse 1 nach DIN 5035-4 einzuhalten.

Beleuchtungsstärke

Die erforderliche Beleuchtungsstärke kann sich aus mehreren Beleuchtungskomponenten zusammenset¬zen; die Beleuchtungsstärke von 300 lx für einen Gruppenarbeitsraum kann sich zu 200 lx aus der Beleuchtungsstärke mit Leuchtstofflampen und zu 100 lx aus der Beleuchtungsstärke durch Glühlampen zusammensetzen.

Die Stromkreise für die Bereitstellung der Beleuchtungsstärke sind in der Planung so aufzuteilen, dass je¬derzeit eine räumliche Differenzierung von Beleuchtungsstärken möglich ist (Beispiel: Auditorium 200 lx, Präsentationsbereich 750 lx, Wandbeleuchtung 200 lx).

Folgende Beleuchtungskomponenten sind als getrennte Stromkreise bei einer Tagungsraumplanung zu berücksichtigen:

  • Beleuchtung Auditorium: mindestens 2 Stromkreise, dimmbar
  • Beleuchtung der Raumbegrenzungsflächen, dimmbar
  • Beleuchtung des Podiums und der Präsentationsflächen, mindestens 2 Stromkreise
  • Rednerbeleuchtung, dimmbar
  • Wandbeleuchtung bzw. Beleuchtung außerhalb der Projektionsflächen, mindestens 2 Stromkreise, dimmbar

Zur lokalen Erhöhung der Beleuchtungsstärke sowie zur Akzentuierung von Raumbereichen, z. B. Wandta¬feln, werden Halogen-Glühlampen eingesetzt. Glühlampen haben darüber hinaus den Vorteil, dass sie sich auf sehr geringe Beleuchtungsniveaus dimmen lassen.

Die Anlage der elektrischen Beleuchtung ist nach DIN 5035 Teil 2 so auszulegen, dass mindestens folgende Nennbeleuchtungsstärken eingestellt werden können:

Nennbeleuchtungsstärken in Tagungsräumen Nennbeleuchtungsstärken nach ASR 7/3 und DIN 5035 Teil 2 En / lx Empfangsräume 100 Räume für Publikumsverkehr 200 Tagungsräume mit Teilnehmerplätzen in Fensternähe 300 Tagungsräume nur zu Besprechungen 300 Tagungsräume über 300 m² mit einseitigem seitlichen Lichteinfall 500 Tagungsräume mit hoher Sehaufgabe an die Teilnehmer 500 Tagungsräume mit besonderen Anforderungen 750 PC-Arbeitsplätze 500

Lampen

Aus wirtschaftlichen Gründen kommen in Tagungsräumen heute vorwiegend Leuchtstofflampen, auch in Form von kompakten Leuchtstofflampen, zum Einsatz. Hochdrucklampen kommen in Tagungsräumen nur sehr beschränkt zum Einsatz. Gegen den Einsatz von Hochdrucklampen sprechen eine relativ lange Anlaufzeit bis zur Erreichung des vollen Lichtstroms, eine mäßig gute Farbwiedergabe sowie eine mangelnde Stabilität der Lichtfarbe.

Richtwerte für elektrische Anschlusswerte in Tagungsräumen

5 - 10 W/m2 je 100 lx Nennbeleuchtungsstärke

Mediengerechte Beleuchtung

Die Beleuchtung von Tagungsräumen muß allen verschiedenen Nutzungen angepaßt werden können, sei es durch Schalten oder Dimmen von einzelnen Beleuchtungskomponenten. Diese Anpassung an verschie¬dene Nutzungen muss mediengerecht ausgeführt sein; d.h., die Wirksamkeit von visuellen Medien, wie Diaprojektion, Videoprojektion, Film, darf durch Beleuchtungswirkungen nicht beeinträchtigt werden. Dies kann gewährleistet werden durch entsprechende Auswahl und Planung von Leuchten, insbesondere aber durch zonales Schalten und Dimmen der einzelnen Beleuchtungskomponenten. Es ist sinnvoll, für die verschiedenen Mediennutzungen die optimalen Einstellungen der einzelnen Lichtkomponenten durch eine programmierbare Lichtsteuerung zu gewährleisten, so daß auf Tastendruck die nutzungsgerechte Lichtsituation für eine Mediennutzung abgerufen werden kann. Ein gleichmäßiger und flackerfreier Einschaltvorgang ist dabei wichtig.

Vermeidung von Störungen durch Energiesparlampen

Leuchtstofflampen, insbesondere Energiesparlampen, dürfen sowohl bei voller Lichtleistung als auch bei reduzierter Lichtleistung (Dimmerbetrieb) keine Störungen verursachen. Diese Störungen gehen vor allem von den Vorschaltgeräten aus und können tontechnische Einrichtungen und Infrarotlicht-Übertragungseinrichtungen stören.

Beleuchtungsdramaturgie

Die unterschiedlichen Beleuchtungsvarianten, die sich aus den verschiedenen Tagungssituationen er¬geben, sind Allgemeinbeleuchtung, Vortragsbeleuchtung, Beleuchtung für Projektion sowie Akzentbeleuchtung bzw. dekoratives Licht.

Wegen der multifunktionalen Nutzung eines Tagungsraumes muss die Beleuchtung den verschiedenen Nutzungsarten angepasst werden können. Dazu sollte die Beleuchtung in mehrere Gruppen aufgeteilt werden, die durch Fernbedienung getrennt geschaltet und eingestellt (gedimmt) werden können. Die Beleuchtung kann als Lichtszene für die jeweilige Nutzungsart eingesetzt werden, so dass außer dem Bedienungskomfort ein Optimum an Beleuchtung und Wirtschaftlichkeit erreicht wird.

Tageslichtabhängige Innenraumbeleuchtung

Die Beleuchtung in Tagungs- und Nebenräumen mit Tageslicht sollte durch eine von der Intensität des einfallenden Tageslichtes abhängige Ein- und Abschaltung sowie durch ein Dimmen der einzelnen Leuchten optimiert werden können. Die gewünschte maximale Raumhelligkeit sowie besondere Beleuchtungsszenarien wie die Projektion sollen einstellbar sein.

Tageslicht

Unabhängig von Größe und Lage, sollen sollten Tagungsräume mit einer natürlichen Belichtung ausgestattet sein. Festlegungen erfolgen nach Arbeitsstättenrichtlinien ASR 7/1 und die Bauordnungen der Länder. Die Tageslichtausleuchtung erfolgt durch Fenster, geneigte Fenster und/oder Oberlichter. Die Verglasung sollte keine wesentlichen spektralen Veränderungen des Tageslichtes vornehmen. Für die Bemessung der Tageslichtausleuchtung gilt im allgemeinen Ausleuchtungstiefe T = 1,5 H (Fenstersturzhöhe) = Belichtungsfläche des Fensters. Bei Tagungsräumen mit Tageslichteinfall sind an die Kontrolle des einfallenden Tageslichtes besondere An¬sprüche zu stellen. Zunächst muss gewährleistet sein, daß für eine mediengerechte Ausstattung eines Ta¬gungsraumes eine vollkommene Verdunkelung der Fenster möglich ist. Dies kann z. B. durch innenliegende, lichtundurchlässige Rollos erreicht werden. Getrennt davon kann ein Blendschutz dazu dienen, die Helligkeit des Tageslichtes an die Helligkeitsver¬hältnisse im Innenraum anzupassen. Dabei sollte darauf geachtet werden, daß trotz des Blendschut¬zes ein ausreichender Ausblick gewährleistet ist. Dies ist z. B. durch einen transluzenten textilen Blendschutz bzw. durch Lamellen-Stores zu erreichen.

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