Leichtbauhallen

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Wo feste Hallenkapazitäten für die Durchführung von Messen oder Ausstellungen nicht zur Verfügung stehen, werden Leichtbauhallen, in der Regel Zelthallen (in Fachkreisen ist der Begriff Zelthalle verpönt, obwohl er eindeutiger ist als der Begriff Leichtbauhalle), eingesetzt. Sie haben den Vorteil hoher Flexibilität, weil ihre Größe sehr exakt an den Bedarf angepasst werden kann. Inzwischen ist das Angebot sehr vielfältig. Norm sind zur Zeit Hallen in Breiten von 16 und 20 Metern. Die Länge kann in Rastern variiert werden, die meist um 5 Metern liegen. Inzwischen gibt es “Jumbo-Hallen” mit Breiten bis 60 m, so dass auch sehr große Hallenkapazitäten möglich sind. Die Zeltbau-Unternehmen bieten zudem immer mehr auch ausgefallene Maße an, so daß vor dem Einsatz stets das Gespräch mit mehreren Anbietern lohnt. Das gilt in besonderem Maße dann, wenn nicht reine Ausstellungshallen gesucht werden, sondern Veranstaltungs-Zelte oder Zelte für die VIP-Betreuung, z.B. bei großen Sportveranstaltungen (Reit-Turniere, Tennis-Turniere, Autorennen etc.).

Als konstruktives Material für die Hallen-Skelette (Binder und Pfetten), wird heute meist Aluminium verwendet. Aber vielfach sind auch noch Holz-Konstruktionen im Einsatz, die noch in den 70er bis in die 80er Jahre der Normalfall waren. Als Material für die Bespannung war lange Zeit Baumwolle üblich. Heute wird meist PVC, beschichtetes PVC oder Mischgewebe verwendet; reine PVC-Bespannungen sind oft problematisch, weil sie Kondenswasser nicht aufsaugen, was zu Belästigungen und Schäden durch Tropfwasser führen kann (Versicherung). Für die Wände werden aus optischen Gründen manchmal Kunststoff- oder Aluminium-Platten bzw. -Profilwände eingesetzt. Um den Zelthallen den Charakter des Provisorischen zu nehmen, werden oft Giebel, Fassaden und/oder Seitenwände aus festen Materialien, wie z.B. Aluminiumprofil Blechen, hergestellt bzw. werden sie vorgehängt. Leichtbauhallen werden überwiegend bei Verbraucherausstellungen eingesetzt und sind hier auch meist gewollt, weil sie der Veranstaltung das Flair des provisorisch erlebnishaften geben. Auch stationäre Messe und Ausstellungsgelände und Kongress-Zentren werden manchmal für kurze Zeit durch Leichtbauhallen erweitert. In Freigeländen von Messen findet man Leichtbauhallen, zu denen auch Traglufthallen zählen, relativ häufig.

Beträchtliche Bedeutung haben Leichtbauhallen für Sport- und Unterhaltungsveranstaltungen. So werden die VIP-Räume bei Reit- und Spring-Turnieren häufig aus speziellen Leichtbau-Hallen errichtet, wobei auch zweistöckige Bauweise möglich ist. Auch im Bereich der Events spielen Leichtbauhallen und Großzelte eine zunehmende Rolle. Zeltbauten mit einer Aufnahmefähigkeit für 5000 und mehr Personen sind technisch kein Problem mehr. In Fachkreisen werden Veranstaltungs- und Zirkuszelte nicht in die Kategorie der Leichtbauhallen einbezogen, obwohl sie technisch und von den Einsatzmöglichkeiten her ebenfalls Leichtbauhallen sind (Fliegende Bauten).

Als größte Zelthalle der Welt entstand in Greenwich der “Millennium Dome”. Die kreisförmige Kuppel hat einen Durchmesser von 320 Metern, so daß in der Halle rund 80.000 m² Fläche zur Verfügung stehen. Die Zelthaut, 40 Tonnen PVC-Material, hat insgesamt eine Fläche von 150.000 m². Das Dach ist von zwölf 90 m hohen Stahlgitter-Trägern an 72 Radialkabeln abgehängt. Die maximale Dachbelastung beträgt 600 Tonnen, die Windauftriebs-Sicherheit liegt bei 200 Tonnen.

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