Geleit

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Im Mittelalter, aber auch auf den großen Karawanenstraßen - wie der Seidenstraße - stellten sich die reisenden Fernhändler unter den Schutz der durchzogenen Länder bzw. Herrschaften, wofür sie eine oft beträchtliche Abgabe zu zahlen hatten, oder sie wurden von angeworbenen Söldnertruppen begleitet, die entweder für jede Reise neu zusammengestellt wurden oder zu einer ständig unterhaltenen Truppe einer Handelsgemeinschaft wie der Hanse oder des Schwäbischen Bundes gehörten. Mit dem Erstarken der kaiserlichen Zentralgewalt im frühen Mittelalter konnten kaiserliche Garantien (Privilegien) gewährt werden oder - dies allerdings selten - Truppen das Geleit übernehmen. Nach dem Dreissigjährigen Krieg war wegen der Zersplitterung des Deutschen Reichs und des Zerfalls der Zentralgewalt wieder eine dezentrale Sicherung erforderlich, so dass die Händler nicht auf der kürzesten, sondern der durch Geleitgarantien sichersten Route zu Messen reisten. Ähnlich war die Situation auf den großen Handelswegen Asiens und Ost-Europas; sie änderten sich im Laufe der Geschichte immer wieder, je nach politischen Herrschafts-Verhältnissen.

Die großen Messestädte boten den zu den Messen anreisenden Kaufleuten im Umkreis ihrer Städte ein eigenes Geleit. So übernahmen Frankfurter Truppen in Seligenstadt das Geleit für Messebesucher und aussteller aus Süddeutschland. Noch heute wird in Seligenstadt das Geleitsfest gefeiert zur Erinnerung an die regelmäßige Übergabezeremonie. In ähnlicher Weise zogen die Geleite aus allen Himmelsrichtungen in die Stadt ein. Zu den bedeutendsten Geleitzügen zählen das Augsburg Ulmer Geleit, das Kölner, das kurpfälzische und das Nürnberger Geleit. (Geschichte)

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