Dolmetschen

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Dolmetschen ist die Übertragung aus einer oder mehreren Sprachen in eine oder mehrere Sprachen. Übersetzen ist die schriftliche Übertragung von einer in eine andere Sprache.

Inhaltsverzeichnis

Konsekutivdolmetschen

Der Dolmetscher hört ohne technische Hilfsmittel und dolmetscht, während der Redner pausiert, dessen gesprochenen Text satz- oder abschnittsweise mündlich in eine andere Sprache. Konsekutivdolmetschen verdoppelt die Redezeit. Wird auch für Gerichtsverhandlungen angewandt.

Flüsterdolmetschen

Der Dolmetscher hört ohne technische Hilfsmittel und dolmetscht flüsternd einen gesprochenen Text simultan (gleichzeitig) an eine bis maximal zwei direkt neben ihm befindliche Personen in eine andere Sprache. In Ausnahmefällen flüstert der Dolmetscher für eine Gruppe von Personen in das Mikrofon einer Flüsteranlage.

Simultandolmetschen

Der Dolmetscher sitzt in einer schallisolierten Kabine und hört den Redner über Kopfhörer. Er dolmetscht den gesprochenen Text simultan (gleichzeitig) über ein Mikrofon der Simultan-Dolmetscheranlage in eine andere Sprache.

Relais-Dolmetschen

Der Dolmetscher hört vorwiegend das im Saal gesprochene Wort (Wege 1 und 2). Sollte die im Saal gesprochene Spra¬che nicht die Arbeitssprache des Dolmetschers sein, muß er auf eine bereits gedolmetschte Sprache umschalten, d.h. den Ausgangskanal eines Kollegen als Eingangskanal abhören (Weg 3, Relaiskanal). Bei Konferenzen mit seltenen Sprachen kann es vorkommen, daß mindestens zwei Relaiskanäle erforderlich sind. Hier sind zwei bis drei vorprogrammierbare Relaisvorwahl-Schalter erforderlich. Sprachen, die z.B. in Europa als „exotisch„ gelten, sind in Asien Verkehrssprachen (Hindi, Mandarin-Chinesisch, Malayisch).

Beispiel 1: Gedolmetscht wird aus Englisch (EN), Deutsch (DE), Französisch (FR), Japanisch (JP) in EN=1, DE=2, FR=3 und JP=4. Nur 2 bis 3 Dolmetscher des Teams beherrschen Japanisch, es stehen deshalb nur die Kombinationen EN > JP und JP > EN (in der japanischen Kabine) zur Verfügung. Wird im Saal JP gesprochen, dolmetscht ein Dolmetscher in der japanischen Kabine JP > EN. Die Dolmetscher der deutschen und französischen Kabine schalten ihren Eingangskanal von Original auf Englisch als Relaiskanal um und dolmetschen das Englische ins Deutsche bzw. Französische.

Beispiel 2: Gedolmetscht wird (wie im Beispiel 1) aus EN DE FR JP in EN=1, DE=2, FR=3 und JP=4. Wird im Saal DE gesprochen, dolmetscht ein Dolmetscher in der englischen Kabine DE > EN. Ein Dolmetscher der japanischen Kabine schaltet den Eingangskanal von Original auf Englisch als Relaiskanal um und dolmetscht das Englische ins Japanische. Auch hier ist Englisch der Relaiskanal.

Dieses Verfahren heißt Relais-Dolmetschen. Die Qualität des „Dolmetschens auf Ebene II” hängt sehr ab von der Qualität des Relaiskanals. An Dolmetscher, die auf einem Relaiskanal dolmetschen, werden besonders hohe Ansprüche gestellt. Zwischen dem gesprochenen Originaltext und dem Dolmetschen auf Ebene 2 gibt es eine Verzögerung, die mehrere Sekunden betragen kann. Trotzdem ist Relais-Dolmetschen oft die einzige Möglichkeit, das Sprachenproblem bei vielsprachigen Konferenzen zu lösen. Bei EU-Konferenzen z.B. müssen Sprachen wie Griechisch und Finnisch fast immer über Relais gedolmetscht werden. Hier werden häufig auch mehrere Relaiskanäle benötigt mit 2 oder 3 Relaisvorwahlschaltern auf den Abhörfeldern.

Relaisvorwahl

In Diskussionen gibt es häufig Sprachenwechsel in schneller Folge. Ist Relais-Dolmetschen erforderlich, muß die Umschaltung in den Kabinen zwischen dem Originalkanal und dem benötigten Relaiskanal in Sekundenbruchteilen erfolgen. Die Umschaltung zwischen zwei Eingangskanälen mit einem Drehschalter würde zu lange dauern, auch besteht die Gefahr, sich in der Eile auf einen falschen Kanal zu schalten. Daher erfolgt die Umschaltung mit einem auf den entsprechenden Relais-Kanal voreingestellten Relaisvorwahl-Schalter, mit dem man sich auch wieder auf den Original-Kanal zurückschalten kann.

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